wilde Wurzeln: Rezepte
Die Rezepte im Überblick
- marinierte Löwenzahnwurzeln
- Löwenzahn Kaffee
- fermentierte Klettenwurzeln
- scharfes Klettengemüse
- Gewürzpaste aus Knoblauchsrauken Wurzel
- Gewürztee mit Nelkenwurz
- Wegwarten-Kaffee
- Natternkopfwurzel-Salbe
- Seifenkrautwurzel Waschmittel
- Haartonikum aus Brennessel- und Klettenwurzel
marinierte Löwenzahnwurzel
Löwenzahnwurzel – Belebende Kraft aus der Erde
Die Wurzel des Löwenzahns ist ein traditionelles Wildgemüse, das reich an Bitterstoffen, Inulin und Mineralien ist. Sie wirkt stoffwechselanregend, unterstützt Leber und Verdauung und kann im Herbst und zeitigen Frühjahr besonders kraftvoll gesammelt werden. Am besten suchst du dir dafür eine ungedüngte Wiese oder den Rand eines naturbelassenen Gartens aus. Dort lassen sich die kräftigen Wurzeln mit einem schmalen Spaten oder Wurzelstecher leicht ausheben. Tipp: Junge Wurzeln sind milder, ältere kräftiger im Geschmack.
Zutaten
- ca. 250 g frische Löwenzahnwurzeln
- 200 ml Apfelessig (alternativ Weißweinessig)
- 200 ml Wasser
- 2 TL Salz
- 1–2 TL Zucker oder Honig
- 1 kleine Zwiebel (in Ringe geschnitten)
- 1 Lorbeerblatt
- einige Senfkörner, Pfefferkörner oder Wacholderbeeren nach Belieben
Zubereitung
Die frisch ausgegrabenen Wurzeln gründlich waschen, abbürsten und in feine Scheiben oder Streifen schneiden. In einem kleinen Topf Essig, Wasser, Salz, Zucker sowie die Gewürze aufkochen und etwa fünf Minuten köcheln lassen. Währenddessen die Wurzelscheiben zusammen mit den Zwiebelringen in ein sauberes, heiß ausgespültes Glas schichten. Den noch kochenden Sud darüber gießen, sodass alles vollständig bedeckt ist. Das Glas sofort verschließen und langsam auskühlen lassen. Nach zwei bis drei Wochen Ziehzeit an einem kühlen Ort sind die eingelegten Löwenzahnwurzeln aromatisch durchzogen und können als würzige Beilage zu Brot, Käse oder Salaten serviert werden.
Löwenzahn Kaffee
Löwenzahnwurzel – Bitterkraft im Becher
Die Wurzel des Löwenzahns ist reich an Bitterstoffen, Inulin und Mineralien, die Leber, Galle und Verdauung anregen können. Besonders im Herbst, wenn die Pflanze ihre Kraft in die Wurzel einzieht, lohnt sich das Sammeln. Am besten hebst du die Wurzeln mit einem schmalen Spaten aus lockerer, ungedüngter Erde. Junge, kräftige Wurzeln liefern das beste Aroma für den „Kaffeeersatz“.
Zutaten
- frische Löwenzahnwurzeln (Menge nach Belieben, z. B. 200–300 g frisch)
- Wasser zum Auskochen
Zubereitung
Die ausgegrabenen Wurzeln gründlich reinigen, abbürsten und in kleine Stückchen oder dünne Scheiben schneiden. Diese anschließend auf einem Backblech bei niedriger Hitze (ca. 50–70 °C) im Ofen oder an einem luftigen, warmen Platz vollständig trocknen. Sind die Stücke rascheltrocken, werden sie in einer Pfanne ohne Fett langsam geröstet, bis sie dunkelbraun sind und einen kaffeeähnlichen Duft verströmen. Danach die gerösteten Stücke in einer Kaffeemühle oder im Mörser grob mahlen. Für eine Tasse Löwenzahnwurzel-Kaffee etwa ein bis zwei Teelöffel des Pulvers mit heißem Wasser überbrühen oder kurz aufkochen und einige Minuten ziehen lassen. So entsteht ein herber, leicht nussiger Trunk, ganz ohne Koffein, aber voller belebender Erdigkeit.
fermentierter Klettenwurzel
Klettenwurzel – uralte Gemüsepflanze
Die Wurzel der Großen Klette (Arctium lappa) gehört zu den klassischen Wildgemüsen und Heilpflanzen. Sie ist reich an Inulin, Gerbstoffen und Mineralien, wirkt stoffwechselanregend und schmeckt dabei im Vergleich zu vielen anderen wilden Wurzeln gar nicht bitter. Gesammelt wird sie im Herbst des ersten Jahres oder im zeitigen Frühjahr, bevor die Pflanze austreibt. Achte beim Ausgraben auf weiche, lockere Erde, denn dort lassen sich die bis zu 100 cm langen Wurzeln am besten mit einem schmalen Spaten herauspräparieren.
Zutaten
- frische Klettenwurzeln
- Wasser (abgekocht und abgekühlt)
- 2-3 % Salz anteilig zum Wasser (ohne Rieselhilfen und Jod, z. B. Steinsalz oder Meersalz)
- nach Belieben: Knoblauchzehe, Lorbeerblatt, etwas Ingwer oder Pfefferkörner für zusätzliche Würze
- Bügelglas mit Gummidichtung
Zubereitung
Die frischen Klettenwurzeln gründlich waschen, abbürsten und in feine Streifen oder Stifte schneiden. Das Salz im abgekühlten Wasser vollständig auflösen, sodass eine 2–3 %ige Salzlake entsteht. Die Wurzelstücke in ein sauberes Gärgefäß (z. B. Schraubglas oder Fermentationsglas) füllen und optional mit Gewürzen ergänzen. Anschließend mit der Salzlake übergießen, bis alles vollständig bedeckt ist. Damit die Stückchen unter der Flüssigkeit bleiben, ein kleines Glasgewicht oder ein sauberes Kohlblatt auflegen. Das Bügelglas verschließen, damit beim Gärprozess entstehende Gase entweichen können.
Die Wurzeln 5–10 Tage bei Zimmertemperatur fermentieren lassen; je länger die Zeit, desto kräftiger und saurer das Aroma. Danach kühl stellen. Die fermentierten Klettenwurzeln schmecken pikant-herb und lassen sich als Beilage zu Reisgerichten, Salaten oder in Suppen verwenden.
scharfes Klettengemüse
Klettenwurzel – erdiges Kraftgemüse
Die Wurzel der Großen Klette ist ein klassisches Wildgemüse, das in der asiatischen Küche sehr geschätzt wird und in Japan zum Beispiel in jedem Supermarkt frisch in der Gemüseabteilung zu finden ist. Sie enthält reichlich Inulin, Mineralstoffe und Bitterstoffe, die verdauungsfördernd wirken und dem Gericht eine angenehm erdige Note verleihen, im Geschmack vergleichbar mit Artischocke oder Schwarzwurzel. Zum Sammeln eignet sich der Herbst im ersten Jahr oder der frühe Frühling, bevor die Pflanze austreibt. In lockerer Erde lassen sich die langen, kräftigen Wurzeln am einfachsten ausgraben.
Zutaten
- ca. 250 g frische Klettenwurzeln
- 1 kleine Möhre (optional, für Farbe und Süße)
- 2 EL Sesamöl (alternativ anderes Pflanzenöl)
- 2–3 EL Sojasauce
- 1 EL Reisessig oder Apfelessig
- 1 TL Honig oder Zucker
- 1 kleine rote Chilischote (oder ½ TL Chiliflocken)
- 1 Knoblauchzehe (fein gehackt)
- 1 Stück frischer Ingwer (etwa daumengroß, fein gehackt)
- 1 EL geröstete Sesamsamen zum Bestreuen
Zubereitung
Die Klettenwurzeln gründlich säubern, schälen und in feine Streifen schneiden. Damit sie sich nicht verfärben, die Stückchen kurz in kaltes Wasser legen. Die Möhre ebenfalls in Streifen schneiden. In einer Pfanne oder einem Wok das Sesamöl erhitzen, dann Knoblauch, Ingwer und Chili darin kurz anrösten, bis sie duften. Nun die Klettenwurzel- und Möhrenstreifen hinzufügen und unter Rühren einige Minuten kräftig anbraten. Anschließend Sojasauce, Essig und Honig zugeben und die Hitze reduzieren. Alles noch etwa 5 Minuten garen, bis die Wurzelstücke bissfest, aber nicht zu weich sind. Vor dem Servieren mit Sesamsamen bestreuen.
Das Ergebnis ist ein würzig-scharfes Gemüse mit erdiger Tiefe und asiatischem Aroma, das hervorragend zu Reis oder als Beilage zu Tofu und Fleischgerichten passt.
Gewürzpaste aus Knoblauchsrauke
Knoblauchsrauke – Senf der armen Leute
Die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) ist ein vielseitiges Wildkraut, das vom Frühjahr bis in den Herbst hinein gesammelt werden kann. Ihre Blätter verströmen einen feinen Knoblauchduft, während die Wurzeln – besonders im Herbst oder zeitigen Frühjahr – scharf und rettichartig schmecken. Diese Schärfe erinnert an Meerrettich und macht die Wurzeln zu einer spannenden Basis für würzige Pasten. Zum Sammeln hebst du die zarten Pfahlwurzeln vorsichtig mit einem schmalen Spaten oder Wurzelstecher aus lockerer Erde, am besten von Pflanzen, die noch nicht geblüht haben.
Zutaten
- ca. 100 g frische Knoblauchsraukenwurzeln
- gemahlene Knoblauchsrauke-Samen
- ½ TL Salz
- 1 TL Honig oder Zucker
- 2 EL Apfelessig oder Zitronensaft
- 4–5 EL kaltgepresstes Öl (z. B. Raps-, Lein- oder Olivenöl)
Zubereitung
Die Wurzeln gründlich reinigen, schälen und grob zerkleinern. Gemeinsam mit den Knoblauchsrauke-Samen, Salz, Honig und Essig in einen Mixer oder Mörser geben und zu einer feinen Masse verarbeiten. Dann nach und nach das Öl einfließen lassen, bis eine cremige Paste entsteht. Die fertige Gewürzpaste in ein sauberes Schraubglas füllen, mit etwas Öl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren. Dort hält sie sich etwa zwei Wochen.
Die Knoblauchsraukenwurzel-Paste passt hervorragend zu Käse, als würziger Brotaufstrich, zu gegrilltem Gemüse oder als scharfe Beigabe in Dressings und Saucen.
Gewürztee mit Nelkenwurz
Nelkenwurz – winterlicher Gewürzduft
Die Nelkenwurz (Geum urbanum), auch Benediktenwurz genannt, ist eine alte Heil- und Würzpflanze. Ihre Wurzel enthält Eugenol, den gleichen Aromastoff (nur deutlich weniger davon) wie die Gewürznelke, was ihr einen angenehm warmen, nelkenähnlichen Duft verleiht. Traditionell wurde sie zur Stärkung bei Magenbeschwerden und zur Anregung der Verdauung genutzt. Gesammelt werden die Wurzeln im Herbst oder zeitigen Frühjahr, wenn die Pflanze ihre Kraft in die Erde zieht. Am besten hebst du sie vorsichtig mit einem schmalen Spaten aus und trocknest sie für den späteren Gebrauch. Nach gründlicher Reinigung lassen sich die Stücke trocknen und für würzige Getränke verwenden.
Zutaten für kandierte Ebereschen
- 250 ml Milch (Kuhmilch oder Pflanzenmilch, z. B. Hafer oder Mandel)
- 1 TL getrocknete Nelkenwurz-Wurzel (fein geschnitten oder leicht zerstoßen)
- 1 kleines Stück Zimtstange oder ½ TL gemahlener Zimt
- 1 dünne Scheibe frischer Ingwer (optional)
- 1 TL Honig oder Ahornsirup zum Süßen
Zubereitung
Die Milch in einem kleinen Topf zusammen mit der Nelkenwurz-Wurzel und den Gewürzen langsam erhitzen, bis sie kurz vor dem Kochen steht. Dann die Hitze reduzieren und alles 5–10 Minuten sanft ziehen lassen, damit sich die Aromen entfalten können. Anschließend durch ein feines Sieb abseihen, in eine Tasse gießen und mit Honig oder Sirup süßen.
Wegwarten-Kaffee
Wegwarte – die belebende „Blaublume“
Die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) ist eine alte Kultur- und Heilpflanze, deren leuchtend blaue Blüten im Sommer weithin sichtbar sind. Ihre Wurzeln enthalten reichlich Bitterstoffe und Inulin, die verdauungsfördernd wirken und den Stoffwechsel anregen können. Schon seit Jahrhunderten werden sie geröstet und als koffeinfreier Kaffeeersatz verwendet. Am besten gräbst du die kräftigen Pfahlwurzeln im Herbst oder zeitigen Frühjahr aus, wenn die Pflanze ihre Kraft in der Wurzel sammelt.
Zutaten
- frische Wegwartenwurzeln (z. B. 200–300 g, je nach Bedarf)
- Wasser zum Aufkochen
Zubereitung
Die frisch ausgegrabenen Wurzeln gründlich waschen, abbürsten und in kleine Stückchen schneiden. Auf einem Backblech bei niedriger Hitze (50–70 °C) langsam trocknen, bis sie rascheltrocken sind. Anschließend die getrockneten Stücke in einer Pfanne oder im Ofen ohne Fett rösten, bis sie dunkelbraun sind und einen kaffeeähnlichen Duft entwickeln. Danach die gerösteten Wurzeln grob mahlen – mit einer Kaffeemühle oder im Mörser.
Für eine Tasse Wegwarten-Kaffee etwa 1–2 Teelöffel des Pulvers mit heißem Wasser aufbrühen oder einige Minuten sanft aufkochen lassen. Nach Belieben kann der Trunk mit Milch, Pflanzendrink oder Honig verfeinert werden.
Das Ergebnis ist ein kräftiger, erdig-bitterer Kaffeeersatz ohne Koffein, der den Körper anregt, aber nicht aufregt – ein Stück alte Wildkräutertradition in der Tasse.
Salbe aus Natternkopfwurzel
Natternkopf – Regeneration mit Schlangenblüten
Der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) ist eine auffällige, blau blühende Wildpflanze, die besonders auf mageren Wiesen und Wegrändern gedeiht. Seine Wurzel enthält wertvolle Schleimstoffe und Gerbstoffe, die traditionell in der Volksheilkunde äußerlich bei Hautreizungen, kleineren Entzündungen und trockener Haut genutzt wurden. Die Natternkopfwurzelsalbe eignet sich vor allem aufgrund des Allantoin-Gehalts wie die Beinwellwurzel äußerlich bei Sportverletzungen wie Prellungen, Zerrungen, Stauchungen, aber auch bei Gelenk- und Rückenschmerzen. Sie wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend, abschwellend und regenerationsfördernd. Sammeln solltest du die Wurzeln im Herbst des ersten Jahres oder im zeitigen Frühjahr, wenn die Pflanze ihre Energie im Speicherorgan sammelt. Wichtig: Achte darauf, nur an sauberen, unbelasteten Standorten zu graben.
Zutaten
- ca. 50 g frische oder 25 g getrocknete, fein geschnittene Natternkopfwurzel
- 150 ml kaltgepresstes Pflanzenöl (z. B. Oliven-, Mandel- oder Sonnenblumenöl)
- 15 g Bienenwachs (für eine festere Salbe; bei weicherer Konsistenz etwas weniger)
- optional: ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl für Duft und zusätzliche Hautberuhigung
Zubereitung
Die zerkleinerte Natternkopfwurzel in das Öl geben und in einem hitzefesten Glas oder Topf im Wasserbad sanft erwärmen (max. 60 °C). Etwa 1–2 Stunden ziehen lassen, gelegentlich umrühren, sodass die Wirkstoffe in das Öl übergehen. Danach das Öl durch ein feines Sieb oder Tuch abfiltern. Alternativ die Wurzeln etwa 3 Wochen als Kaltauszug in Öl ziehen lassen, dabei täglich das Glas bewegen. Das Bienenwachs im warmen Öl schmelzen und gründlich verrühren. Wer möchte, kann zum Schluss einige Tropfen ätherisches Öl einrühren. Die fertige Salbenmischung in saubere, kleine Gläser oder Döschen füllen, abkühlen lassen und verschließen.
Waschmittel aus Seifenkraut
Seifenkraut – die wilde „Seifenpflanze“
Das Seifenkraut (Saponaria officinalis) ist eine traditionelle Wasch- und Heilpflanze. Schon im Mittelalter nutzte man seine Wurzeln und Blätter als natürliches Reinigungsmittel. Grund dafür sind die enthaltenen Saponine, die beim Kontakt mit Wasser schäumen und Fett sowie Schmutz lösen. Besonders die Wurzeln sind reich daran und können im Herbst oder zeitigen Frühjahr gesammelt werden. Am besten hebst du die kräftigen Speicherwurzeln vorsichtig mit einem Spaten aus.
Zutaten
- ca. 50 g frische Seifenkraut-Wurzeln (oder etwa 25 g getrocknet)
- 500 ml Wasser
- optional: 5–10 Tropfen ätherisches Öl (z. B. Lavendel oder Zitronengras) für angenehmen Duft
Zubereitung
Die Wurzeln gründlich reinigen, klein schneiden und in einem Topf mit dem Wasser zum Kochen bringen. Alles etwa 10–15 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Flüssigkeit leicht schäumt. Danach abseihen und etwas abkühlen lassen. Wer mag, kann ein ätherisches Öl hinzufügen, um den Duft zu verbessern. In eine saubere Glasflasche oder ein Schraubgefäß füllen und im Kühlschrank aufbewahren – dort hält sich das Naturwaschmittel einige Tage.
Vor der Anwendung kurz schütteln. Das Waschmittel eignet sich besonders für empfindliche Textilien wie Wolle und Seide, aber auch für Handwäsche oder als schonendes Flüssigwaschmittel.
Haarkräftigendes Klettenwurzel-Öl
Klettenwurzel – gut für Haut und Haar
Die Große Klette (Arctium lappa) ist nicht nur als Wildgemüse bekannt, sondern auch eine geschätzte Heilpflanze. Ihre Wurzel enthält Bitterstoffe, Inulin und wertvolle Fettsäuren. In der Volksheilkunde wurde daraus ein pflegendes Öl hergestellt, das besonders bei trockener, schuppiger Haut, juckender Kopfhaut oder strapaziertem Haar eingesetzt wurde. Geerntet werden die Wurzeln im Herbst des ersten Jahres oder im frühen Frühjahr. Achte auf lockeren Boden – dort lassen sie sich leichter ausheben.
Zutaten
- ca. 100 g frische oder 50 g getrocknete, fein geschnittene Klettenwurzel
- 250 ml kaltgepresstes Pflanzenöl (z. B. Olivenöl, Mandelöl oder Jojobaöl)
- optional: 5–10 Tropfen ätherisches Rosmarinöl oder Lavendelöl für zusätzlichen Duft und Wirkung
Zubereitung
Die gesäuberten und zerkleinerten Klettenwurzeln in ein sauberes Schraubglas geben und vollständig mit dem Pflanzenöl bedecken. Das Glas gut verschließen und an einem hellen, warmen Ort 2–3 Wochen ziehen lassen. Einmal täglich leicht schütteln, damit sich die Wirkstoffe besser lösen. Danach das Öl durch ein feines Tuch oder Sieb abfiltern und in dunkle Glasflaschen füllen. Optional kannst du nun ein ätherisches Öl hinzufügen. Kühl und dunkel gelagert, bleibt das Klettenwurzel-Öl mehrere Monate haltbar.
Das Öl eignet sich als Haaröl (einmassieren, 1–2 Stunden wirken lassen, dann auswaschen), zur Pflege trockener Haut oder als Basis für selbstgemachte Salben. Die Salbe der Klettenwurzel eignet sich für geschädigte Haut wie Brandwunden, Ekzemen, Akne, Schuppenflechte oder leichte Hautinfektionen. Sie wirkt antibakteriell und pilztötend.
Alternativ kann der Sud auch mit Essig angesetzt und als Haarspülung genutzt werden.
Brennnessel-Tinktur für Durchblutung und Haare
Brennnessel – für Innnen und Außen
Die Brennnessel (Urtica dioica) zählt zu den bekanntesten Wildkräutern überhaupt. Ihre Blätter, Samen und Wurzeln enthalten reichlich Mineralstoffe, Kieselsäure, Eisen und Vitamine. Sie wirkt blutreinigend, stoffwechselanregend und kann den Körper bei Frühjahrskuren unterstützen. Für eine Tinktur eignen sich besonders die frischen Blätter und Wurzeln, die du an sauberen Standorten sammelst. Am besten nutzt du junge Blätter im Frühjahr oder kräftige Wurzeln im Herbst.
Zutaten
- 1 Handvoll frische Brennnesselblätter oder -wurzeln (grob zerkleinert)
- 200 ml hochprozentiger Alkohol (z. B. Wodka oder Korn, mindestens 40 % Vol.)
- sauberes Schraub- oder Braunglas
Zubereitung
Die Brennnesselblätter oder -wurzeln gründlich reinigen, grob zerschneiden und in ein sauberes Glas geben, sodass das Glas zu 2/3 mit Pflanzenmaterial gefüllt ist. Mit dem Alkohol vollständig übergießen, sodass das Pflanzenmaterial gut bedeckt ist. Das Glas verschließen und 2–3 Wochen an einem warmen, dunklen Ort ziehen lassen, dabei alle paar Tage leicht schütteln. Nach der Ziehzeit die Flüssigkeit durch ein feines Sieb oder Tuch abseihen und in dunkle Tropffläschchen abfüllen. Kühl und dunkel gelagert, ist die Tinktur etwa ein Jahr haltbar.
Die Brennnessel-Tinktur wird traditionell in kleinen Mengen (zu Beginn 3-4 Tropfen 3x am Tag) innerlich angewandt oder äußerlich mit Wasser verdünnt als Einreibung genutzt.
Eingenommen kann die Brennnessel-Tinktur den Stoffwechsel anregen, die Ausscheidung über die Nieren fördern und so bei Frühjahrskuren, Müdigkeit und leichten Gelenkbeschwerden unterstützen. Sie wird traditionell als blutreinigend, mineralstoffreich und stärkend beschrieben, insbesondere durch ihren hohen Gehalt an Eisen und Kieselsäure.
Auf die Haut aufgetragen, kann die Tinktur durchblutungsfördernd wirken und wird traditionell bei müden Muskeln, Gelenkbeschwerden oder Hautunreinheiten verwendet. Verdünnt eignet sie sich auch für Haarwässer, da sie die Kopfhaut belebt und das Haar kräftigen soll.